Samstag, 20. April 2013

Von Blumen und Bienen und Hummeln ...

...ZACKWUMM**** macht dat gerad an meiner Balkontür. Ich dachte et iss nen Hubschrauber gelandet, so laut war das. Und wat sehe ich???? Ne rieeeeeeesengroße zuckersüße Hummel. Etwas benommen ist das kleine puschelige Pelzknäuel aber wieder in die Luft gestiegen und davon geschwirrt. Ich liebe Hummeln. 

Ich lebe ja nun mitten in der Großstadt und habe leider keinen Garten. Dazu kommt, das ich meinen Balkon gesichert habe; wegen der Stubentiger. Daher pflanze ich das ganze Jahr wie eine wilde Hilde, um mir eine kleine Oase mit Blumen, Kräutern und Co zu schaffen. Das lockt sie jedes Jahr an, die Hummeln und Bienen. Ich könnt sie stundenlang beobachten, diese kleinen Dinger :-)

Ich habe keinen Südbalkon, was ich nicht schlimm finde. So ist dieser Ort für mich eine kleine kühle Oase im Sommer. Der Nachteil: welche Blumen? Ich habe letztes Jahr bereits einen Post darüber geschrieben, da ich sicher nicht die einzige bin, der oft alles eingegangen ist, was sie gepflanzt hat. Daher habe ich letztes Jahr damit angefangen, mein Wissen über Halbschatten-, Schatten- und sogar EXTREMschattenpflanzen zu erweitern. Die Balkonkästen bekommen mehr Licht und sogar ein bisschen Sonne. Aber weiter hinten im Balkon drin, ist es duster, zu duster für die meisten Pflanzen. 

Ich habe diesen Frühling mit folgenden Pflanzen begonnen, mit denen ich die beste Erfahrung gemacht habe. Ich habe Bilder gemacht; dazu steht jeweils meine Erfahrung, die ich sammeln konnte. Vielleicht hilft es anderen ein wenig, aus kleinen Dunkelkammern eine Pflanzenwelt zu machen und nicht ihren Balkon aus lauter Verzweiflung als Abstellkammer benutzen :-)

Vorher noch ein paar Dinge, da ich nicht von allen Pflanzen Fotos gemacht habe. 

In sehr dunklen Ecken macht sich sehr gut der Farn, Efeu und auch Buntnesseln. Farne und Efeu können in geschützten Ecken sehr gut draußen überleben, aber bitte vor der Kälte die Töpfe mit Styropor, Jute, oder Zeitungen schützen.

Buntnesseln müssen rein! Das ist keine Pflanze zum überwintern auf Balkonen. 

Die Hosta, oder auch Funkie, macht sich hervorragend auf einem Balkon. Ich habe sie letztes Jahr im Sommer  in einem ordinären Terrakottatopf gepflanzt. Sie sieht aus wie eine Grünpflanze in der Wohnung. Sehr schön. Achtung: die Funkie wird natürlich auch immer größer. Rechnet also damit, das sie irgendwann mehr Platz braucht. Sie hat ohne Schutz auf meiner Fensterbank (von aussen!) überwintert. Ich hatte sie schon abgeschrieben, als ich letzten Samstag sah, das dicke grüne Triebe nachkamen. Ich habe alles weggeschnitten, jetzt kommt sie ganz neu nach. 

Liebstöckel, auch unter Maggikraut bekannt, ist toll für die Küche und offenbar unverwüstlich. Bereits 10 cm hohe Triebe wuchern wieder aus dem Balkonkasten. 

Nun hier mal einige Bilder:


Das Edellieschen ist natürlich so mit die bekannteste Blühpflanze für halbschattige oder schattige Stellen im Balkon- und Gartenbereich. ABER: schattig ist meiner Meinung nach nicht richtig. Es sollte ein halbschattiger Standort sein, denn sonst kommen kaum Blüten nach. Ein kleiner Sonnenstrahl tut ihr auch nicht weh ;-) Aber sie muss gut gegossen werden.
 

Tja, das gute Stiefmütterchen oder das Hornveilchen. Nicht wegzudenken aus unserer Frühlingsbepflanzung und mittlerweile nicht nur in den Farben gelb, violett und weiß erhältlich. Orange, burgunder, mehrfarbig.. es gibt eine tolle Auswahl. Sie kosten nicht die Welt und wenn man Glück hat, kommt das ein oder andere Hornveilchen sogar wieder im Jahr darauf. Ich hatte eine Blumenampel vor ca. 4 Jahren mit gelben Hornveilchen. Noch heute kommt immer wieder das ein oder andere zum Vorschein, denn nicht wie es immer empfohlen wird, schmeiße ich jedes Jahr meine gesamte Blumenerde weg. Ich mische immer halb alt, halb neu; darunter gebe ich Hornspähne. Der für mich beste und natürlichste Dünger! Man kann nicht überdüngen und es tut den Pflanzen richtig gut. Da ich viele Küchenkräuter auf meinem Balkon pflege (sind nicht gefährlich für meine Stubentiger und ich liebe es damit zu kochen) dünge ich nur mit Hornspähnen. So bin ich auf der sicheren Seite, das ich die Kräuter auch noch genießen kann und nicht davon umfalle ;-)
 

Ja! Auch Stiefmütterchen, aber mehrfarbig. Sind zwei die gleichen, hihi. Dazwischen habe ich Weihrauch. Es riecht ganz mild im Sommer, nicht aufdringlich und nur, wenn man nahe ran geht. Es ist für mich bis heute viel zu verkannt. Es kann wunderschön aussehen. Es ist nicht für ganz schattige Plätze geeignet, auch wenn man häufig was anderes hört. Weihrauch brauch keine direkte Sonne, aber der Standort sollte hell gewählt werden. Ich habe es letztes Jahr mit reinem Schatten versucht, hat nicht geklappt. Davor das Jahr im halbschattigen Balkonkasten wurde es richtig üppig und wunderschön.
 

Efeu ist der Knaller! Ich liebe es! Es kann rustikal wirken, modern, shabby, egal, es sieht immer toll aus. Romatisch irgendwie :-) Ich halte es an allen Standorten und in den unterschiedlichsten Gefäßen. Im Sommer und im Winter bleibt es draußen. Es steht bei mir weiter oben oder hängt in Blumenampeln wegen der Katzen. Ich bin nicht sicher, ob das normale Efeu aus dem Blumenladen giftig ist für Katzen. Soweit ich informiert bin, gilt das für das Altersefeu. Bekannt aus der freien Natur an Bäumen, an Mauerwerken. Das wilde Efeu halt. Ich geh aber auf Nummer sicher und halte es von den zwei Bonsaitigern fern.
 

Tja, da staunt Ihr aber alle wa??? Dunkler Balkon und dann ein Südländer? Ja genau, willkommen in der Realität, denn das ist totaler Blödsinn, das Rosmarin und co nur in der knallenden Sonne einen Platz finden dürfen. Auch der Versuch mit Lehm- oder torfigen Boden ist Tinnef. Bei mir steht er jedes Jahr im herkömmlichen Blumenkasten im hellen Halbschatten. Wasser bekommt der Rosmarin nach Bedarf, er darf keine nassen Füsse haben! Zur Probe den Finger in die Erde stecken, denn da sitzt die Feuchtigkeit, nicht auf der Erdoberfläche. Wichtig bei allen Kräutern: Kräuter sind KEINE Blümchen. Sie wollen benutzt werden, hähähähä! Das heisst: pflegen. Dazu gehört das schneiden. Ob Ihr die Triebe nutzt, trocknet oder entsorgt, in die Vase stellt oder sonst was. Aber sie müssen weg. Auf diesem Bild hier unten seht Ihr einen frisch gekauften Rosmarin. Ich habe ihn gestern erst eingepflanzt, daher habe ich die Triebe noch nicht weg genommen. Sobald er angegangen ist, kommen sie ab. Im Sommer schneide ich den Rosmarin  bis zum Holz runter. Immer wieder. NICHT INS HOLZ SCHNEIDEN. Nur die Triebe weg nehmen. Ich werde demnächst einen Post schreiben, wie man schnell und einfach und günstig tolles Kräutersalz herstellen kann. So hat man auch im Winter was von seinen Kräutern.
Strauchbasilikum ist übrigens der gleiche Kandidat. Ich verfahre damit genauso wie mit Rosmarin. Hier der Unterschied: der Basilikum sollte nur blühen, wenn er nicht zum Verzehr genutzt wird! Blüht er erstmal, schmeckt das Blattwerk weniger gut. Leicht bitter ist es dann. Die Pflanze braucht ihre Kraft für das wichtigste; die Blüte. Zum essen nicht geeignet.. der blühende Basilikum. Bevor die Blüte sich öffnen, abschneiden! Auch Basilikum muss immer wieder geschnitten werden, so wird er wunderbar buschig und wunderschön. Basilikum sollte übrigens nicht mitgekocht oder gar gebraten werden. Er ist am besten zu Tomate, Mozarella, in Bruscetta (habe das weltbeste Rezept, ich schwör!) gaaaaaaanz frisch und pur. Tipp: der Thaibasilikum für Leute die es etwas anisig mögen.. 


Alte, ausrangierte  Edelstahlschüsseln in zartem rosa lackiert machen sich als Gefäße nicht schlecht finde ich. Hier wieder Efeu, ob sich die dabeigepflanzte Begonie mit diesem verträgt, weiss ich noch nicht. Begonien sind wie die Lieschen übrigens tolle Halbschattenpflanzen, aber ebenso wie die Fuchsie finde ich nicht, das sie in die totale Dunkelheit gehören. Das funktioniert auch übrigens nicht.


Jaaaaaaaaaaa nächste Woche gibbet Schnibbelbohnensuppe mit: BOHNENKRAUT. Manche mögen es nicht und die meisten kennen es in Pflanzenform auch nicht. Es blüht wunderbar in zartem Flieder bis lila. Sieht ein wenig manchen Oreganoarten ähnlich und passt gemeinsam mit diesem auch wunderbar ins Pflanzbild.  


Jetzt schreien alle Hortensienliebhaber: in einem Balkonkasten?????? KREISCH!!! In kleinen Töpfen??? Wie furchtbar! Papelerpapp*** Die absolut schönste Blume der Welt ist und bleibt von meinem Balkon nicht wegzudenken. Und wenn ich irgendwann vor lauter Hortensien nicht mehr auf den Balkon gehen kann hab ich immer noch Mutters Garten ;-) Also keine Panik. Aber es stimmt. Die Hortensie darf gern auf dem Balkon gehalten werden. Sie macht sich wunderbar in Kübeln; auch wenn sie noch sehr klein sind, in Balkonkästen: aber sie ist und bleibt ein Gehölz und ist auf Dauer für Balkonkästen glaub ich nicht geeignet. Eine halte ich in einem eigenen Kübel, diese hier steht in einem Korb. 
Eine ist im Balkonkasten, aber diese wird auch irgendwann da raus müssen. Wunderschöne Pflanze für den halbschattigen Standort. 
 

...und diese Farbvielfalt...
 


So, hier endet mein erster diesjähriger Pflanzenbericht. Für Kritik, Tipps und Fragen bin ich immer offen. Also immer her damit.
Ich wünsche Euch noch ein wunderschönes Wochenende.

Kommentare:

  1. Was für wunderschöne Bilder. Ganz toll. Und das wären auch genau Pflanzen für mich ;)
    Drücker von der
    Babsie ♥

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  2. Liebe Vickie,
    was für ein toller Pflanzenpost!Ich wünsche dir , dass alles ganz doll´wächst und gedeiht ;o)!Ganz viele,liebe Grüße,Petra

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